Radausflug zum Rhein
Eindrücke zwischen Schloss und Rhein
Karlsruhe bietet viele schöne Ziele für eine Radtour. Ein besonderes Highlight ist eine Fahrt zum nahe gelegenen Rhein. Den längsten Fluss Deutschlands kann man vom Karlsruher Schlossgarten aus entspannt erreichen.
Rund um den Schlossgarten
Das Karlsruher Schloss wurde 1715 von Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach mitten im Hardtwald gegründet. Die Legende besagt, dass er an dieser Stelle unter einem Baum einschlief und im Traum die Idee von der Stadtgründung hatte. Der Schlossgarten in seiner heutigen Form wurde 1967 zur Bundesgartenschau angelegt. So ruhig wie zu Karls Zeiten ist der Schlossgarten nicht mehr. Er ist beliebter Treffpunkt der Karlsruherinnen und Karlsruher. Bereits am frühen Morgen ist im Karlsruher Schlossgarten bei gutem Wetter viel los. Neben zahlreichen Fahrradfahrern finden sich hier auch viele Menschen zum morgendlichen Frühsport. Dieser findet in den Sommermonaten jeden Montag, Mittwoch und Freitag statt.
Vom Schlossgarten aus folgt man nun dem blauen Strahl in Richtung Majolika, eine Keramik Manufaktur, die Anfang 2025 leider schließen musste. Den Strahl aus 1645 Keramik-Fliesen gibt es seit dem Jahr 2000. Er markiert die ehemalige Achse, die zur Schlosspark-Mauer und von dort weiter zur Staatlichen Majolika-Manufaktur führte.
Auf halber Strecke fährt man an einer der vielen Heldbock-Eichen im Karlsruher Stadtgebiet vorbei. Für den Heldbock, den Käfer mit der größten Außenabmessung deutschlandweit, stellt Karlsruhe eines der wenigen verbleibenden Habitate in ganz Baden-Württemberg dar. Darauf ist man in Karlsruhe sehr stolz und überregional in der Fachwelt bekannt, denn durch intensive Bekämpfung wurde der früher als Holzschädling geltende Heldbock beinahe ausgerottet. Mit etwas Glück und guten Augen kann man auch selbst ein paar Heldbockkäfer entdecken.
Der Alte Flugplatz und Knielingen
Folgt man der Strecke weiter, findet man zwischen Schlossplatz und Rhein den Alten Flugplatz, ein ehemaliger Militärflughafen, der mittlerweile ein Naturschutzgebiet inmitten der Großstadt ist. Solche Gebiete sind heutzutage sehr wertvoll geworden, da Naturschutzgebiete im Außenbereich häufig von Schädlingsbekämpfungsmitteln aus der Landwirtschaft betroffen sind und sich dort daher auch nicht mehr jede Tier- und Pflanzenart halten kann. Auf dem Alten Flugplatz kann man viele Insekten und Vogelarten und häufig Esel antreffen. Diese bewohnen das Gelände und sorgen durch fleißiges Abgrasen für freie Sicht.
Am Rand des Flugplatzes überquert man schließlich die sehenswerte und kunterbunte Bahnhaltestelle „Kurt-Schumacher-Straße“.
Am anderen Ende von Knielingen ist die Umgebung bereits von Landwirtschaft geprägt. Neben dem Radweg wachsen Mirabellenbäume, welche zur richtigen Jahreszeit auch genießbare Früchte tragen.
Anschließend folgt man nun dem Verlauf der B10 in Richtung Rhein. Dabei überquert man auch den kleineren Fluss Karlsruhes – die Alb – kurz bevor sie in den Rhein mündet.
Ankunft am Rhein
Nun erreicht man endlich das Ziel der Tour – den Rhein. Von hier kann man mit dem Rad auf den Rheindamm fahren. Hier genießt man eine wunderbare Aussicht über den Fluss und die vorbeifahrenden Schiffe.
Fährt man weiter, gelangt man zum Knielinger See, einem Kiesbaggersee. Er gehört seit 1989 zum Naturschutzgebiet „Burgau“ und wird vom Rheinhafen über einen Kanal mit Frischwasser versorgt. Als Badesee ist er allerdings nicht geeignet. An seiner östlichen Seite liegt der Rheinpark mit dem Hofgut Maxau. Hier kann man sich mit frischen Produkten und Fleisch von eigenen Weiderindern verwöhnen lassen. Wer nur einen Snack mag, bekommt ihn im Stammhäusle. Den Blick auf den Rhein gibt es gratis dazu.
Ein Stück weiter erreicht man die letzte Station auf der Reise, welche sich bereits am Horizont abzeichnet, den Rheinhafen mit dem Steinkohlekraftwerk. Hier kann man die Kohleentladung großer Schiffe hautnah verfolgen und das Rheinhafen-Dampfkraftwerk 8 aus der Nähe bewundern. Auf rund 300 Hektar gibt es hier sechs Hafenbecken, die aus der Luft betrachtet wie die Finger einer Hand aussehen. Der Hafen ist einer der bedeutensten Binnenhäfen Deutschlands. Von hier startet auch das Fahrgastschiff MS Karlsruhe.
Die NaturRADtour als Orientierung
Der Weg von der Innenstadt zum Rhein ist nicht weit und einen Ausflug wert. Man kann sich für die Fahrt grob an den Etappen 1 bis 4 der NaturRADtour orientieren, welche gut ausgeschildert und besonders familienfreundlich ist. Entlang der Strecke finden sich auch noch einige Möglichkeiten zum Einkehren, beim Hofgut Maxau ist sogar ein Spielplatz und man kann Pferde sowie Kühe beim Grasen beobachten.