Kerstin Sokoll „“Karlsruher Lichtblicke“
Zwei mal 20.000 Lichtblicke
Karlsruher Künstlerin Kerstin Sokoll bringt Schloss- und Marktplatzkulisse mit Lichtpunkt-Malerei magisch zum Leuchten
Während die Karlsruher Schlosskulisse noch bis 13. September im Rahmen des diesjährigen Light Festival Karlsruhe digitale Zauberwelten auf die Schlossfassade projiziert, gibt es gleich um die Ecke, im Schaufenster des Karlsruhe Tourismus (Tourist-Information, Kaiserstraße 72-74), ein faszinierendes Tag- und Nacht-Kunstschauspiel zu entdecken. Mit gleich zwei großformatigen Werken verwandelt die Karlsruher Künstlerin Kerstin Sokoll die kultur-architektonisch zentralen Karlsruher Orte Schloss und Marktplatz im wahrsten Sinne in „Hotspots“. Farbig jeweils intensiv inszeniert aus 20.000 Dots, einzeln Farbspots, führen die Arbeiten in ihrer künstlerischen Strategie in zwei unterschiedlich, gleichsam faszinierende Betrachtungswelten: Bei Tageslicht farbintensiv und haptisch, am Abend bei Schwarzlicht überraschend, feurig strahlend, magisch.
Inspiriert sind diese Werke auch von den Schlosslichtspielen Karlsruhe. Die sukzessive Verwandlung der historischen Schlossfassade durch Licht, Farbe und Bewegung wird in Sokolls Bildern jedoch mit weiteren Wahrnehmungs-Ebenen verknüpft. Es lohnt sich die Bilder in den beiden unterschiedlichen Tageslichtsituationen zu sehen! Besonders das Schlossambiente verwandelt sich überraschend in zwei konträre Lebenswelten. Die 20.000 einzeln aufgetragenen Farbpunkte liegen reliefartig auf dem Bildgrund und verleihen dem Werk eine außergewöhnliche Haptik. Linien, Fenster, Fassadenelemente und die unzähligen Punkte sind nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar. So bekommt die Architektur eine beinahe dreidimensionale Präsenz.
Dann folgt die Verwandlung bei Nacht: Unter Schwarzlicht erwachen die eingearbeiteten Neonfarben. Einzelne Dots beginnen zu leuchten, Konturen treten hervor, Fenster strahlen und die vertraute Ansicht des Schlosses verändert sich. Was bei Tageslicht farbenfroh und plastisch erscheint, entwickelt im Dunkeln eine vollkommen neue Atmosphäre. Ein Bild – zwei Welten. Am Tag farbintensiv, plastisch und haptisch. Im Schwarzlicht leuchtend, überraschend und voller Energie.
Leuchtende Farben, klare Konturen und unzählige Punkte lösen auch in Sokolls zweiter Arbeit die vertraute Architektur aus ihrer klassischen Erscheinung und verwandeln den Marktplatz in einen lebendigen, farbintensiven Ort. Unter Schwarzlicht treten die eingearbeiteten Neonfarben hervor. Konturen beginnen zu leuchten, einzelne Fenster und Details verändern ihre Wirkung, die tausenden Dots scheinen aus der Dunkelheit herauszutreten. Aus dem vertrauten Karlsruher Marktplatz entsteht plötzlich eine völlig neue Szenerie. Wenn es dunkel wird, beginnt seine zweite Geschichte. Der Marktplatz beginnt zu leben.