8. Sinfoniekonzert
Im Herbst 1887 sandte Anton Bruckner die Partitur seiner 8. Sinfonie an seinen „künstlerischen Vater“ Hermann Levi – zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Karlsruher Hofkapellmeister, sondern Generalmusikdirektor in München – mit den Worten: „Möge sie Gnade finden!“ Doch Levi empfahl eine Überarbeitung und die führte zu bahnbrechendem Erfolg: Nach weiteren drei Jahren hatte Bruckner eine neue Fassung erstellt, die 1892 im Wiener Musikverein uraufgeführt wurde, sogar den stets kritischen Brahms überzeugte und zu Bruckners größtem Triumph wurde. Nach jedem Satz musste sich der Komponist dem Publikum zeigen und wurde am Ende mit gleich drei Lorbeerkränzen gekrönt. Die längste der neun Bruckner’schen Sinfonien durchschreitet musikalisch alle denkbaren Höhen und Tiefen, die vom düsteren „Blick auf die Totenuhr“ bis zu einer Allusion des Optimismus versprühenden „Deutschen Michel“ reichen. Dem Komponisten selbst ein „Mysterium“, gilt die 8. Sinfonie vielen als „Krone der Musik des 19. Jahrhunderts“ und ist auch für Georg Fritzsch persönlich von besonderer Bedeutung.