Mount Klassik – Das Fest
Schon die Schriftstellerin Alice Walker wusste „Hard times reqire furious dancing“ – „Schwere Zeiten erfordern wildes Tanzen“ – und so lädt die Badische Staatskapelle unter Leitung ihres Generalmusikdirektors Georg Fritzsch zu einer mitreißenden Tanzpartie quer durch Europa ein. Am Beginn, gewissermaßen als „Aufforderung zum Tanz“, steht die schwungvolle Euryanthe-Ouvertüre des reisefreudigen Komponisten Carl Maria von Weber. Danach geht es mit Tänzen aus dem Ballett Coppélia von Léo Delibes zuerst nach Frankreich, bevor der Tanz der Stunden von Amilcare Ponchielli aus der Oper La Gioconda (besser bekannt als der Tanz der Krokodile und Nilpferde aus Walt Disneys Fantasia) nach Venedig führt. Hierauf wendet sich der Weg gen Osten: Mit Tänzen von Johannes Brahms und Antonín Dvořák erklingen ungarische und slawische Tanzweisen, die mal melancholisch nachdenklich und im nächsten Moment wieder wild und mitreißend sind. Temperamentvoll geht es weiter mit Musik des Spaniers Manuel de Falla. Der Norden darf natürlich auch nicht fehlen und ist mit dem von einem Eifersuchtsdrama in den 1920er-Jahren inspirierten Tango Jalousie des Dänen Jacob Gade vertreten. Am Ende geht es noch einmal nach Südosten und wird mit den Polowetzer Tänzen von Alexander Borodin geradezu archaisch und sogar ein bisschen orientalisch.
Alle zwei Jahre spielt die Badische Staatskapelle bei dem großen Karlsruher Familienfestival DAS FEST in der Günter-Klotz-Anlage auf – in einem ungezwungenen Rahmen und mit einem abwechslungsreichen Klassikprogramm, das der Generalmusikdirektor Georg Fritzsch auch sommerlich kurzweilig moderiert.