Georg Kreisler – Der lächelnde Rebell (Gastspiel)
Unangepasst, anarchistisch, musikalisch brillant: Der Sänger, Komponist, Dichter und Musikkabarettist Georg Kreisler zählt mit seinem hintergründigem, oftmals rabenschwarzem Humor zu den bedeutendsten deutschsprachigen Satirikern. Ihm widmet Horst Maria Merz einen ebenso unterhaltsamen wie vielschichtigen Abend im Kleinen Haus. Unter dem Titel „Weil ich unmusikalisch bin“ hat er ein frech-charmantes Soloprogramm zusammengestellt und lädt zu einem fulminanten Ritt durch musikalische Höhen und kabarettistische Untiefen, mit berühmten Chansons und bösen, surrealen, dadaistischen Liedern sowie Gedichten und Texten des unbequemen Künstlers.
Kreislers sarkastischer Blick auf die Welt kommt nicht von ungefähr: Als Sohn einer jüdischen Wiener Familie musste er nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 vor dem Nationalsozialismus in die USA fliehen. Nach Kriegsende arbeitete er kurz als Dolmetscher in Deutschland, versuchte anschließend in Hollywood und New York als Musiker Fuß zu fassen und kehrte 1955 nach Wien zurück. Später lebte er unter anderem in Berlin, München und Basel, bevor er in Salzburg seine letzte Heimat fand. Seine Erfahrungen von Exil, Heimatlosigkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung spiegeln sich in seinem Werk ebenso wider wie sein unbestechlicher Witz und seine Lust an der Provokation.