Stadtteilentdeckertour

Grünwettersbach

Geschichte lesen

von Tabea am 14.10.2015

Oktobertag, leicht diesig, kalt aber ab und zu sonnig: Zeit für die nächste Entdeckertour, diesmal durch den Karlsruher Stadtteil Grünwettersbach. Falls ihr nicht wisst, wo das liegt, seid beruhigt, ich wusste es auch nicht. Jetzt bin ich aber schlauer und kann euch sagen: Der Stadtteil liegt im Südosten von Karlsruhe und ich empfehle euch, NICHT mit dem Fahrrad dorthin zufahren. Ich kann da aus Erfahrung sprechen…aber der Reihe nach!

Los geht´s – immer nach oben

Von der Karlsruher Innenstadt aus ist es ein gutes Stück, deshalb nehme ich mein Fahrrad mit in die Straßenbahn und fahre bis nach Wolfartsweier, der Nachbarort von Grünwettersbach. Anschließend führt mich mein Weg durch viel Wald und leider auch über eine stetig ansteigende Straße. Ich fühle mich wie bei der Bergetappe der Tour de France, nur leider ohne schnittiges Rennrad und trainierte Beine. Ich bin froh, als ich die ersten Häuser des Ortes erreiche und mache eine kleine Verschnaufpause.

Hallo Grünwettersbach

Mein Weg durch den Wald

Sieht eigentlich ganz nett aus. Weiter geht es der Hauptstraße folgend, immer schön bergauf. Als ich eine Kirche auf einer Anhöhe entdecke, wird sie zu meinem nächsten Ziel. Oben angekommen sehe ich mir die Kirche etwas genau an und erfahre, dass der Kirchturm der Kirche das älteste Gebäude von Grünwettersbach ist und bereits seit dem 12./13. Jahrhundert besteht. Beeindruckt schiebe ich mein Fahrrad weiter, fahren geht bei der Steigung der Straße nicht. Ich weiß jetzt auch, warum dieser Stadtteil zu den sogenannten Bergdörfern gehört.

Blick auf die Kirchturmspitze

Der alte Kirchturm

Schöne, alte Kirchentür

Hallo Herbst

Ich laufe durch ein Wohngebiet und stelle fest, wie liebevoll die Gärten der Grünwettersbacher gestaltet sind. Auch die Häuser sind bunt gemischt, vom Fachwerkhäuschen bis moderner Bungalow ist alles dabei. Auf einmal endet der Weg und ich stehe im Grünen. Genauer gesagt säumen bunt gefärbte Bäume die eine Wegseite, während ein Maisfeld die andere Seite flankiert.

Steile Straßen

Schöner Garten

Die herbstliche Atmosphäre genießend setze ich meine Fahrt fort und passiere Obstbäume und weitere Felder. Hier riecht man richtig den Herbst und ich lasse die Natur einen Moment auf mich wirken. Zwischen den bunten Bäumen blitzt ab und zu der Fernmeldeturm durch, das höchstreichende Gebäude von Karlsruhe. Ein paar Meter weiter westlich befindet sich auch der höchste Punkt von Karlsruhe, mitten in einem Tiergehege. Doch ich fahre aufgrund des doch recht kühlen Wetters (gefühlt 10 Grad kälter als in der Karlsruher Innenstadt) wieder in das Dorf hinein, vorbei an einer Pferdekoppel und weiteren Obstbäumen. Im Sommer kann man sich hier anhand eines Streuobstlehrpfades über die verschiedenen Obstarten informieren, welche in der Umgebung angebaut werden.

Maisfeld mit Ausblick

Herbstlicher Weg

Fernmeldeturm

Pferdekoppel

Endlich geht es mal bergab, in Richtung Dorfmitte, wo man als Bewohner alles findet, was man zum Leben braucht: Sparkasse, Metzger, Bäckerei. Grünwettersbach empfinde ich tatsächlich als Dorf mit eigener Dynamik, gemütlichem Dorfleben und entspannten Bewohnern.

Bevor ich mich auf die Heimfahrt mache (juhuuu, wieder bergab!) schaue ich mir noch den Skulpturenpark am Ortsausgang Richtung Palmbach an. Es steht zwar nur eine Skulptur darin, allerdings befindet sich in direkter Nachbarschaft ein kleiner Fitness-Parcour speziell für Senioren. Ein paar Übungen probiere ich aus, schließlich muss ich mein Fitnessprogramm von heute ja noch vervollständigen.

Fitness-Parcour

Skulptur: zwei Vögel

Noch mehr Herbst

Auf dem Rückweg fahre ich noch an einem Brunnen mit etwas ulkiger Figur vorbei. Dank nachträglicher Recherche weiß ich jetzt, dass das der „Kiwwlscheißer“-Brunnen war, so werden auch die Bewohner von Grünwettersbach genannt. Früher gab es dort noch keine Kanalisation und die Bewohner waren auf Holzkübel angewiesen, um auf Toilette zu gehn.

Kiwwlscheißer-Brunnen in Grünwettersbach

Mein Fazit: Grünwettersbach ist ein herzallerliebstes Dorf und eignet sich perfekt für einen Sonntags-Ausflug. Vor allem die Waldfläche hält einige Wanderwege für Lauffreudige parat. Zwischen den Feldern und Obstbäumen kann man richtig gut abschalten und anschließend in einem Café in der Dorfmitte sich wieder aufwärmen. Als Anreisetipp empfehle ich das Auto oder den Bus, ihr wisst ja jetzt, wieso ;)

Coronavirus

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