Radausflug zum Rhein

Eindrücke zwischen Schloss und Rhein

Los gehts

Mit quietschendem Fahrrad sind wir vom Schlossgarten gen Rhein gefahren und dabei auf viel Flora und Fauna gestoßen. Für alle Großstadtindianer, die nicht wussten, dass Karlsruhe am Rhein liegt, haben wir ein paar Eindrücke zusammengestellt.

Im Schlossgarten

Wer glaubt, der Schlossgarten sei früh morgens noch menschenleer, der irrt! Neben hunderten Fahrradfahrern trafen wir auf den Frühsport hinter dem Schloss – der findet nämlich in den Sommermonaten jeden Montag, Mittwoch und Freitag statt. Wir haben uns ein wenig abgetrennt von den Gruppen und sind mit unseren Rädern dem blauen Strahl in Richtung Majolika gefolgt. Auf halber Strecke begegneten wir einer der vielen Heldbock-Eichen im Karlsruher Stadtgebiet. Für diesen Käfer mit den größten Außenabmessungen deutschlandweit und überhaupt, stellt Karlsruhe eines der wenigsten verbleibenden Habitate in ganz Baden-Württemberg dar. Darauf ist man in der Stadt mächtig stolz und überregional in der Fachwelt bekannt, denn durch intensive Bekämpfung wurde der früher als Holzschädling geltende Heldbock beinahe ausgerottet. Wir fanden tatsächlich unter der Eiche auch einige Überreste von Heldbockkäfern.

Frühsport im Schlosspark

Überreste von Heldbock-Käfern

Nebenbei wurden wir von zwei zankenden Eichhörnchen im Nachbarbaum überrascht. Die können dabei nämlich ganz schön ordentlich Lärm machen und das Gewusel hat schon beinahe an herabstürzende Äste gegrenzt. Leider haben wir diese lustigen Tiere nicht mit der Kamera festhalten können.

Mäuschen mit Knopfaugen

Kunterbunte Bahnhaltestelle "Kurt-Schumacher-Straße"

Dafür trafen wir auf dem Weg nahe der Mauer um den Schlossgarten auf zwei Rötelmäuse, die gegenüber uns Radfahrern eine recht geringe Fluchtdistanz hatten. Aber aufpassen: Sie sind Überträger eines für den Menschen sehr gefährlichen Virus.
Also schnell weiter mit unserer Tour: Zwischen Schlossplatz und Rhein liegt der Alte Flugplatz, ein ehemaliger Militärflughafen, mittlerweile ein Naturschutzgebiet inmitten der Großstadt. Solche Gebiete sind heutzutage sehr wertvoll geworden, da Naturschutzgebiete im Außenbereich dennoch häufig von Schädlingsbekämpfungsmitteln aus der Landwirtschaft betroffen sind und sich dort daher auch nicht mehr jede Tier- und Pflanzenart halten kann. Wir haben auch fleißig Ausschau gehalten, aber leider bekamen wir die Esel nicht zu Gesicht.  Diese bewohnen den Flughafen und sorgen durch fleißiges Abgrasen für freie Sicht.
Am Rand des Flugplatzes überquerten wir die sehenswerte und kunterbunte Bahnhaltestelle „Kurt-Schumacher-Straße“.

Landwirtschaft mit Mirabellenbaum

Am anderen Ende von Knielingen ist die Umgebung bereits von Landwirtschaft geprägt. Neben unserem Radweg wuchs ein Mirabellenbaum, welcher sogar greifbare Früchte trug. Man konnte sie bereits essen, nach dem Radfahren war das saftige Obst eine willkommene Stärkung.

Sportlicher Praktikant beim Mirabellenklauen

Süße Früchtchen

Von nun an folgten wir dem Verlauf der B10 in Richtung Fluss. Dabei überquerten wir gleich den kleineren Fluss Karlsruhes – die Alb – kurz bevor sie in den Rhein fließt.

Die Alb gebettet im Grün

Wohin denn jetzt??? Geradeaus?

Ankunft am Rhein

Nun war es endlich soweit: Wir haben den Rhein erreicht und eine Schilderwand versperrte uns direkt die Aussicht auf die berüchtigte, da viel befahrene, Maxauer Brücke.
Hier entschieden wir uns – nach langem hin und her – den Schildern nach links zu folgen. Wir begaben uns mit dem Rad auf den Rheindamm, von welchem wir aus eine schöne Aussicht über das Gewässer genießen konnten. Daneben ließen wir ein Windrad inmitten von Sonnenblumen links liegen.

An der Rheinterrasse

Sonnenblumenfeld

Vorbei am Knielinger See ging es zu unserer letzten Station auf der Reise, welche sich bereits am Horizont abzeichnete: Der Rheinhafen mit dem Steinkohlekraftwerk. Hier konnten wir der Kohleentladung eines Schiffes hautnah folgen, das neue Rheinhafen-Dampfkraftwerk 8 ist aus der Nähe schon ein besonderer Eindruck.

Kohleentladung am RDK 8

Zulauf zum Naturschutzgebiet Knielinger See

Fazit

Der Weg von der Innenstadt zum Rhein ist nicht weit und einen Ausflug wert. Wir haben uns grob an den Etappen 1 bis 4 der NaturRADtour orientiert:  die ist eben, gut ausgeschildert und dadurch besonders familienfreundlich. Entlang der Strecke finden sich einige Möglichkeiten zum Einkehren, beim Hofgut Maxau ist sogar ein Spielplatz und man kann Pferde sowie Kühe beim Grasen beobachten.    
Also ab auf die Räder!

Ausschilderung der NaturRADtour